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Physio-Therapiezentrum mit Bewegungsbad - Pawel Peters, Timo Böttcher GbR

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Physio-Therapiezentrum mit Bewegungsbad - Pawel Peters, Timo Böttcher GbR


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Gesundheitsnews



Der Sitz muss sitzen
E-Autos: Mehr Ergonomie beim Autositz

Für den Fahrgenuss - und die Rückengesundheit - ist kein Bauteil im Auto wichtiger als der Sitz. Nichts wird von den Insassen intensiver genutzt. Deshalb vergibt der unabhängige Verein Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. bereits ein AGR-Gütesiegel für Autositze, die dem Anspruch nach Ergonomie besonders gerecht werden. Jetzt eröffnen E-Autos und autonomes Fahren den Sitz-Entwicklern noch mehr Möglichkeiten für rückengesundes Sitzen im Auto.

Wer zu lange im Auto sitzt, schadet vor allem seinem Rücken: Mehrstündige Fahrten führen oft zu Schmerzen in Rücken, Nacken, Schultern und Kopf. Verspannungen im Lenden- und Beckenbereich, Konzentrationsschwierigkeiten und sogar ernsthafte Beschwerden wie Bandscheibenvorfälle können auftreten. Sitzen im Auto ist grundsätzlich nicht förderlich für die Gesundheit. Experten für Rückengesundheit nennen es die schlimmste Form des Sitzens überhaupt: "Der Fahrer wird in eine sehr starre Sitzposition gezwungen. Das ist dem Sicherheitsaspekt geschuldet und dem heutigen Design der Autos", erklärt Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V.

Elektromobilität und autonomes Fahren fördern Rückengesundheit im Auto

Deshalb sieht der Experte für Rückengesundheit in der Entwicklung völlig neuer Cockpit-Konzepte im Rahmen der Elektromobilität und des autonomen Fahrens eine große Chance für mehr Bewegungsfreiheit im Auto. "Wenn wir nicht mehr hoch konzentriert den Verkehr im Blick haben müssen und irgendwann alle nur noch Passagiere in einem Auto sind, dann ermöglicht das auch Designern völlig neue Optionen hinsichtlich flexiblerer Sitzkonzepte", so Detjen. Und selbst wenn die Autos aktuell noch nicht vollständig autonom fahren, wird das Autofahren bald noch rückenfreundlicher werden: "Es könnten schon bald Sensoren steuern, dass der Fahrer zum Beispiel während der Fahrt eine Massage erhält, die den Puls reduziert. Aber auch andere Vitalwerte lassen sich nutzen, um die Sitzposition automatisch entspannter und agil zu gestalten", erklärt der AGR-Experte für Rückengesundheit und Ergonomie.

Und die Fokussierung der Autoindustrie auf Elektromobilität schafft bereits heute weitere Optionen für noch mehr Rückengesundheit beim Fahrersitz: "Die E-Mobilität eröffnet neue Möglichkeiten, führt aber auch zu neuen Herausforderungen. Um die Reichweite effizient zu nutzen, sollte die zur Verfügung stehenden Energie optimal eingesetzt werden. Das Wohlbefinden der Insassen im Auto steht dabei im Fokus. So gilt es bei der Innenraumtemperierung den Kontaktbereich für den Kunden angenehm zu gestalten, d.h. insbesondere den Sitz und das Lenkrad mit einem möglichst geringen Energieeinsatz optimal zu erwärmen!", sagt Stefan Koob, der unter anderem die Sitzentwicklung bei Opel leitet.

Zahlreiche Autobauer bieten Autositze mit AGR-Gütesiegel

"Fahrzeug-Insassen kommen mit keinem Bauteil im Auto so intensiv in Kontakt wie mit dem Sitz. Unser Ziel als Autohersteller ist es deshalb, dass unsere Kunden selbst bei langen Autoreisen nicht über den Sitz nachdenken müssen, weil dieser Komfort bietet und die Kunden auch langfristig vor Rückenschmerzen bewahrt", so Koob, der vom Standort Rüsselsheim die Entwicklung der Sitzstrukturen konzernweit verantwortet. Der Opel-Mutterkonzern entwickelt seine modularen Sitzstrukturen zentral für alle Marken. Die Aufbauten wie Schaumpolsterung und Bezug werden dann markenspezifisch zusammengestellt: "Bei Opel nehmen wir uns die Demokratisierung des Sitzkomforts seit jeher zu Herzen. Das bedeutet, jeder hat das Recht auf gutes Sitzen im Auto - zu bezahlbaren Preisen!", erklärt Koob. Entsprechend war Opel auch der erste Hersteller, der 2002 den weltweit ersten Autositz mit AGR-Gütesiegel einbaute - im Modell Signum. "Heute findet sich in zahlreichen Opel-Modellen ein Sitz mit AGR-Gütesiegel, unter anderem auch im neuen Kompaktklasse-Bestseller Opel Astra, der auch die sogenannte Katzenpfoten-Massage bietet. Auch in einigen weiteren Modellen unseres Konzerns setzen wir auf rückengesunde Sitze", erklärt Koob.

Zahlreiche weitere Autobauer sorgen sich intensiv um die Rückengesundheit von Fahrern - und unterziehen ihre Autositze den strengen Prüfkriterien des AGR-Gütesiegels: Auch Volkswagen geht mit speziellen Sitzen in einer Vielzahl von Modellen auf die individuellen Bedürfnisse der Fahrer und Beifahrer ein. Und auch Nutzfahrzeuge, wie Amarok oder Crafter, rüstet VW mit rückenfreundlichen Sitzen aus. Mercedes-Benz liefert als erster Hersteller weltweit bereits seit Herbst 2015 alle Neufahrzeuge auf Wunsch mit AGR-zertifizierten Fahrer- und teilweise auch Beifahrersitzen aus. In der S-Klasse und dem Maybach besteht diese Möglichkeit auch für Rücksitze.

Optimale Sitzstellung reduziert Rückenbeschwerden - auch bei der Polizei

Berufsgruppen wie Taxifahrer, Paketzusteller oder Berufskraftfahrer sitzen den Großteil des Tages im Auto, für sie ist deshalb besonders wichtig: "Nicht der Körper muss sich dem Sitz anpassen, sondern andersherum", erklärt AGR-Geschäftsführer Detjen und beschreibt die Mindestanforderungen für rückengerechte Autositze: "Rückenlehnen müssen eine wirbelsäulengerechte Ausformung aufweisen. Die Höhe der Lehne sollte mit der Schulter abschließen und die einstellbare Kopfstütze mit der Oberseite des Kopfes." Eine verstellbare 4-Wege-Lordosen-Stütze sei ebenso wichtig wie die Möglichkeit, Sitzhöhe und -neigung sowie die Länge der Sitzfläche den persönlichen Bedürfnissen anpassen zu können. "Zwischen Kniekehle und Sitz sollten zwei bis drei fingerbreit Platz bleiben. Nur dann stimmen Sitzdruckverteilung, Komfort und Rundumsicht", rät Detjen.

Und selbst für Fahrzeuge im Spezialeinsatz ist das Thema Rückengesundheit relevant. Für die besonderen Anforderungen von Polizeibeamten an ihre Autositze hatte Opel seinerzeit eine rückenfreundliche Lösung mit AGR-Prüfsiegel: "Wir haben die Sitze im Zafira so gestaltet, dass die Polizisten trotz aller Ausrüstung, die sie tragen müssen, ihre Einsatzfahrten ohne Rückenschmerzen absolvieren können", erzählt Koob.

Autos einfach nachrüsten - mit ergonomischen Sitzen

Auch für Autofahrer, deren Fahrzeuge noch keine ergonomischen Autositze bieten, hat Detjen eine ideale Lösung: "Man muss sich nicht gleich einen neuen Wagen anschaffen. Ergonomische Nachrüstsitze lassen sich in fast alle Modelle einbauen. Das steigert Fahrkomfort und Sicherheit zusätzlich." Auch wenn der Mensch bald nicht mehr Fahrer, sondern Passagier ist, wird er weiterhin viel Zeit im Auto verbringen. "Deshalb braucht es heute wie morgen Sitzsysteme, die sich den individuellen Anforderungen des Menschen anpassen", fordert Detlef Detjen, Geschäftsführer der Aktion Gesunder Rücken (AGR) e. V. "Der Sitz muss sitzen."

Gute Vorsätze? Erstmal mehr bewegen!
Herzstiftung rät für einen herzgesunden Lebensstil mit mehr Bewegung anzufangen. Warum das Sinn macht, in welcher Dosis man körperlich aktiv werden sollte und was man sonst noch für ein gesundes Herz tun sollte, erläutert ein Kardiologe und Reha-Spezialist

Aller Anfang ist schwer: Das gilt besonders bei Neujahrsvorsätzen, wenn es um die eigene Gesundheit geht. Wie schafft man es nur, seine Vorsätze auch konsequent durchzuhalten? Angesichts der Flut an Gesundheitstipps tappt man leicht in die Falle, sich zu viel auf einmal vorzunehmen. Fragt man Spezialisten, die sich täglich mit Menschen beschäftigen, die nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall ihren Lebensstil umstellen müssen, dann geht man schrittweise vor und sucht sich ein Thema heraus, zum Beispiel Bewegung, und fängt zunächst damit an, wie der Kardiologe und Reha-Spezialist Prof. Dr. med. Bernhard Schwaab, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung und Chefarzt der Curschmann-Klinik am Timmendorfer Strand, weiß: „Mit Bewegung fühlt man sich schnell besser und ist leistungsfähiger. Herzkranke kommen mit mehr körperlicher Aktivität häufig auch besser mit der herzmedizinischen Behandlung zurecht.“

Wer sich regelmäßig bewegt, fühlt sich nicht nur körperlich und seelisch besser, sondern geht zugleich gegen mehrere Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Übergewicht und Bluthochdruck vor, senkt aber auch sein Risiko für Volksleiden wie Diabetes, Krebserkrankungen (Darm- oder Brustkrebs) und Depression. Bewegung schützt nicht nur vor Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), sondern wirkt sich positiv auf andere Körper- und Organfunktionen wie Zellerneuerung, Anregung der Hirnaktivität, Stoffwechselprozesse in Leber und anderen Organen aus. Die Herzstiftung bietet auf ihrer Website hilfreiche Tipps für alle an, die sich mehr bewegen möchten unter www.herzstiftung.de/bewegung oder man macht gleich die Herzstiftungs-Fitness-Workouts unter www.herzstiftung.de/fitness-videos mit.
Welche Dosis Bewegung pro Woche und welche Art von Training sind sinnvoll?

Experten wie Kardiologe Prof. Schwaab raten Erwachsenen und älteren Menschen über 65 Jahre 150 bis 300 Minuten pro Woche körperlich aktiv zu sein. Sie folgen dabei den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur körperlichen Aktivität (1). Die Bewegungen sollten ausdauerorientiert und mäßig anstrengend sein, zum Beispiel schnelleres Gehen oder Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen, Ergometertraining oder auch Tanzen. Wer aber nur 75 bis 150 Minuten pro Woche trainieren möchte, kann dafür anstrengend ausdauerorientiert trainieren, zum Beispiel mit Joggen, schnellem Radfahren oder schnellem Schwimmen. Oder man kombiniert beide Varianten (mäßig anstrengend/anstrengend). „Herzpatienten sollten aber vorher ihre Belastbarkeit mit ihrem Arzt besprechen. Das gilt auch für Menschen ohne Erkrankung nach längerer Pause ohne sportliche Aktivität“, betont Kardiologe Schwaab. Zusätzlich zur Ausdauerbewegung sollte man an zwei Tagen der Woche zum Kräftigen der Muskulatur mit einem leichten Hanteltraining oder funktionsgymnastischen Übungen (z. B.  Muskelkräftigungs-, Dehnungs- oder Entspannungsübungen) aktiv sein, so die WHO-Empfehlung. Älteren ab 65 Jahren werden an drei Tagen pro Woche zusätzlich Gleichgewichts- und Koordinationsübungen zur Sturzprävention empfohlen.
Auch ein guter Vorsatz: Sitzen vermeiden, wo es geht

Generell sollte jeder zu viel dauerhaftes Sitzen vermeiden. „Am besten man gestaltet auch seinen Alltag so bewegt wie möglich, indem man kleine Spaziergänge in den Tag einbaut, ins Büro oder zum Einkaufen mit dem Fahrrad statt dem Auto oder E-Roller fährt, Treppen steigt statt den Aufzug zu nehmen, den spannenden Film am Abend auf dem Hometrainer anschaut oder Telefonate konsequent im Stehen führt“, rät Schwaab. Bewegung sollte in der Prävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen nie alleine stehen, sondern in Kombination mit anderen Lebensstilmaßnahmen wie herzgesunde Ernährung (Mittelmeerküche), Rauchstopp und Stressabbau stehen. Hilfreiche Infos zu den Lebensstilfaktoren bietet die Herzstiftung unter www.herzstiftung.de/gesund-bleiben
Mit mehr Bewegung fällt das Abnehmen leichter

Bewegung fördert – neben einer herzgesunden Ernährungsweise wie die Mittelmeerküche - das schrittweise Abnehmen für ein gesundes Normalgewicht. Übergewicht ist für Bluthochdruck ein wichtiger und häufiger Auslöser. Bluthochdruck ist tückisch, weil man ihn zunächst nicht spürt und ihn nicht sieht („stiller Killer“). Unerkannt und unbehandelt steigt bei Bluthochdruck das Risiko, einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine Nierenschädigung zu erleiden erheblich. Deshalb regelmäßig Blutdruck messen! Wie das geht und worauf zu achten ist, erfährt man unter www.herzstiftung.de/blutdruck-messen. Starkes Übergeweicht begünstigt zudem Herzkrankheiten wie Vorhofflimmern. Angestrebt werden sollte ein Gewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI*) zwischen 22 und 25. Beim Taillenumfang sollten Männer weniger als 102 und Frauen weniger als 88 cm anstreben. Das Bauchfett produziert Hormone und entzündungsfördernde Botenstoffe, die sich unter anderem auf den Blutdruck auswirken. „Jedes Kilo und jeder Zentimeter weniger wirken sich günstig auf den Blutdruck und den Zucker aus. Wer sich daher regelmäßig bewegt und herzgesund ernährt, trägt effektiv zum Schutz vor Herzinfarkt und Schlaganfall bei“, betont Schwaab, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Prävention und Rehabilitation von Herz-Kreislauferkrankungen (DGPR) ist.
Innerer Schweinehund? Wie man trotzdem mehr Bewegung hinbekommt

Für Lebensstiländerungen müssen wir meistens alte gewohnte Strukturen im eigenen Leben aufbrechen. „Das ist in der Regel schwierig“, weiß Schwaab aus seiner Erfahrung mit Reha-Patienten und empfiehlt: „Oftmals ist es hilfreich, in sein Lebensumfeld feste Ankerpunkte einzurichten und Mitstreiter zu suchen: die regelmäßige Lauf-, Walker- oder Herzgruppe im Verein, das mehrmalige gemeinsame Kochen mit der Familie oder mit Freunden zu Hause und für Raucher der Austausch mit Ex-Rauchern in der Selbsthilfegruppe.“ Infos für Herzpatienten zu Herzgruppen in ihrer Nähe unter: www.herzstiftung.de/herzgruppen

30.01.2023 DGA | Quelle: Deutsche Herzstiftung e.V.

Ergotherapeutische Praxen spüren die Auswirkungen des Klimawandels
Ergotherapeutische Praxen spüren die Auswirkungen des Klimawandels

Mobilität ist einer der wichtigsten Faktoren, der sich auf die persönliche Gesundheit auswirkt und den Menschen selbst bestimmen können. „Wer sich möglichst viel zu Fuß oder mit dem Fahrrad bewegt, tut Gutes – für die eigene Gesundheit ebenso wie für das Klima“, bestätigt Sonja Schmalen und betont: „Jede und jeder Einzelne kann etwas bewirken. Wichtig ist aber, dass die Politik die Verhältnisse ändert, damit wir unser Verhalten einfacher klimafreundlich anpassen gestalten können“. Die Ergotherapeutin im DVE (Deutscher Verband Ergotherapie e.V.) engagiert sich bei Health for Future. Health for Future ist eine Bewegung für Menschen aus Gesundheitsberufen, die sich für Klimagerechtigkeit und eine gesunde Zukunft einsetzen.

Wie weitreichend die Folgen von Krankheit sind – für den Einzelnen ebenso wie für das gesamte soziale Gefüge – hat sich in den Zeiten der Pandemie verschärft gezeigt. Klimabewegungen, die sich mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen auf die Gesundheit auseinandersetzen, rechnen mit einer zunehmenden Zahl kranker Menschen. Denn die Klimakatastrophe ist ein zusätzlicher Treiber von Krankheit. Die Auswirkungen auf das Gesundheitswesen und die darin agierenden Disziplinen sind vielfältig. „Es sind ebenso körperliche und zunehmend psychische Erkrankungen, die sich auf die Klimakrise und die Umweltverschmutzung zurückführen lassen“, berichtet die Ergotherapeutin Schmalen.

Ergotherapeut:innen sorgen für Motivation und Antrieb Es ist eine der Besonderheiten von Ergotherapeut:innen, ihren Patient:innen einen veränderten Blick und eine resiliente, stabile Sichtweise zu vermitteln. Die ist gerade im Kontext einer Krise wesentlich, um Menschen aus der Frustration oder der vermeintlichen Handlungsunfähigkeit oder Sinnlosigkeit zu holen: Erkennen und nutzen Menschen die Möglichkeiten, die sie selbst haben, um etwas zu erreichen oder um Stellschrauben zu verändern, steigert das die Selbstwirksamkeit und die Zuversicht. Das gilt insbesondere für Menschen mit einer psychischen Belastung oder Erkrankung, aber ebenso für alle anderen. „Im Zusammenhang mit der Klimakrise bedeutet das beispielweise, Patient:innen zu zeigen, wie sie etwas bewirken und bewegen können, indem sie etwa über ihren ökologischen Fußabdruck hinaus ihren Handabdruck verbessern können“, erklärt Sonja Schmalen ihre Herangehensweise als Ergotherapeutin. Der Bedeutung des Handabdrucks im Zusammenhang mit der Klimakrise ist noch nicht bei allen bekannt. Die mit dem Handabdruck geschaffenen Veränderungen sind zwar nicht messbar wie der CO2-Fußabdruck, aber weitreichender. Die Ergotherapeutin erläutert dies an einem Beispiel: „Auf das Fahrrad umzusteigen, senkt den persönlichen CO2-Fußabdruck, weil das Auto stehenbleibt. Gelingt es dann noch, Freund:innen und Bekannte zu überzeugen oder Fahrgemeinschaften mit dem Rad zu bilden, sind es viele Menschen, die weniger CO2 verursachen – das vergrößert den Handabdruck“. Und es geht noch mehr: Sich für den weiteren Ausbau kommunaler Fahrradwege einzusetzen, so dass das Radfahren sicherer wird und sich mehr Menschen aufs Bike trauen, zieht größere Kreise und verstärkt so den Handabdruck zusätzlich. Es braucht den Einfallsreichtum vieler, um die CO2-Reduktion und eine in Summe gesündere Lebensweise herbeizuführen. Am effektivsten geht das in Gruppen, die im gemeinsamen Brainstorming erfahrungsgemäß besonders kreativ sind. Die Ergotherapeutin Schmalen ermutigt alle, sich zu organisieren. Das ist als Individuum ebenso wie in einer eigenen Gruppe denkbar, oder in einer der vielen Klimabewegungen, die bereits über entsprechende Strukturen, Kontakte und Netzwerke verfügen. Sich einzubringen bedeutet für viele, wieder eine Perspektive zu haben oder neue Aussichten zu entdecken und die eigene Handlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

Ergotherapeutisches Selbstverständnis: Interdisziplinäres Zusammenarbeiten – auch in Sachen Klima „Klimagerechtigkeitsbewegungen wie KLUG oder Health for Future führen eine große Bandbreite von Wissen zusammen“, begeistert sich die Ergotherapeutin Schmalen. Zum Einen entspricht das inter- und transdisziplinäre Zusammenarbeiten der Vorgehensweise von Ergotherapeut:innen, die zum Wohl der Patient:innen eng verzahnt mit anderen Fachdisziplinen aus der Medizin, Physiotherapie oder Logopädie kooperieren. Zum Anderen ist nur so eine Veränderung möglich: Um einen gesunden und schönen Planeten zu bekommen, sind Expert:innen aus allen Bereichen nötig. Denn es gibt für vieles Lösungen; es gibt Zielwissen, um einen besseren Umgang mit Problemen auszuarbeiten. Und es gibt Visionen von grünen Städten, in denen es sich gesund leben lässt. Bis dieser Idealzustand eintritt, betreiben Ergotherapeut:innen Schadensbegrenzung. Eine ihrer Aufgabenstellungen ist die Beratung. Dies bedeutet im Kontext der Klimakrise etwa, bei Patient:innen abzufragen, wie sie sich im Sommer vor der zunehmenden Hitze schützen, ihnen das Nutzen einer zuverlässigen Wetter-App zu empfehlen oder auch ausreichend beschattete öffentliche Plätze zu finden, wo Menschen sich aufhalten können, wenn die eigene Wohnung sich zu stark aufheizt. In der kalten Jahreszeit wiederum klopfen Ergotherapeut:innen im Rahmen einer klimasensiblen Beratung die Heizsituation ab. So sollten etwa Patient:innen mit Erkrankungen wie Spastiken oder Rheuma ihren Alltag in ausreichend geheizten Räumen verbringen, da sich die Symptome ansonsten bei den meisten verschlimmern. Zu wenig geheizte oder ungeheizte Räume sind für niemanden gesund beziehungsweise kann es die Gesundheit gefährden, etwa wenn sich dadurch Schimmel bildet. Kommen ein Umzug oder andere Alternativen nicht in Betracht, kann es eine gute Lösung sein, Aufenthaltsorte zu finden, die besser beheizt sind und sich mit sinnstiftenden Aktivitäten kombinieren lassen. Je nach Interessenslage können das öffentliche Bibliotheken, Museen, die in manchen Städten keinen Eintritt kosten oder gemeinnützige oder kirchliche Einrichtungen sein.

Win-win: Alles, was für das Klima gut ist, ist gut für die eigene Gesundheit Die Ergotherapeutin Sonja Schmalen wünscht sich mehr gesunde Menschen und weniger zu behandelnde Patient:innen. Sie will möglichst viele für das Thema Klima und Gesundheit begeistern. Sie hebt in diesem Zusammenhang die bestehenden Möglichkeiten, mit erneuerbaren Energien Geld zu verdienen, hervor. Auch sieht sie Klimaschutz als Chance für Unternehmen. Junge Menschen überlegen sich sehr gut, mit welchem Arbeitgeber sie sich identifizieren wollen und welche Firmenpolitik und Ausrichtung zu ihnen passt. „Außerdem“, sagt Schmalen „sprechen die Zahlen und Fakten für sich“. Feinstaub in der Umgebungsluft ist die weltweit größte umweltbedingte Gesundheitsgefahr: Es sterben mittlerweile mehr Menschen an Luftverschmutzung als an Rauchen! Jede und Jeder kann sich dafür einsetzen, dass nicht zunehmend mehr Menschen – Kinder nicht ausgenommen – an Atemwegserkrankungen leiden oder an Luftverschmutzung sterben. Oder die Zahl psychisch Erkrankter weiter zunimmt. Denn auch die Klimakrise belastet viele psychisch, was die Fachwelt als Solastalgie, eco grief oder Weltschmerz bezeichnet. „Besser als behandeln ist Handeln“, fordert Sonja Schmalen und benennt wissenschaftliche Informationsquellen und weitere Möglichkeiten, um selbst fundiert zu recherchieren oder um sich zu engagieren.

The Lancet, eine der ältesten und renommiertesten medizinischen Fachzeitschriften der Welt, gibt den jährlichen „Lancet Countdown“, einen Bericht zu den Auswirkungen des Klimawandels heraus: www.lancetcountdown.org/ Die Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit e.V. (KLUG) www.klimawandel-gesundheit.de/ ist ähnlich wie Health for Future www.healthforfuture.de/ ein Netzwerk aus dem Gesundheitsbereich, das sich für das Klima stark macht.

Informationsmaterial zu den vielfältigen Themen der Ergotherapie gibt es bei den Ergotherapeut:innen vor Ort; Ergotherapeut:innen in Wohnortnähe auf der Homepage des Verbandes unter https://dve.info/service/therapeutensuche

26.01.2023 DGA | Quelle: Deutscher Verband Ergotherapie e.V.